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Nachts im Polizeimuseum

Das Polizeimuseum freut sich auf die Lange Nacht der Museen am 25. April (18 bis 02 Uhr).

Unter dem Motto „Hamburgs dunkle Seiten“ gewährt das Polizeimuseum außergewöhnliche Einblicke. Es gibt ungeschminkte Wahrheiten über den Arbeitsalltag eines Tatortreinigers, Einblicke in die Anfänge der Hamburger Tatortfotografie, Wissenswertes über die „vorbeugende Verbrechensbekämpfung“ der Hamburger Polizei im Nationalsozialismus, aber auch  Mordsgeschichten zwischen Elbe und Alster.

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© Polizei Hamburg

Wie „Schotty“ alias Bjarne Mädel schützt sich Dirk Plähn mit Chemikalienanzug, Gummistiefeln, Atemschutzmaske und Handschuhen vor Bakterien und Viren. Sobald die Spurensicherung den Tatort verlassen hat, muss er als Tatortreiniger Blutreste und Körperflüssigkeiten professionell beseitigen. Wie er das berühmte „Kopfkino“ bei seiner Arbeit ausschaltet, das wird Dirk Plähn in der Langen Nacht erzählen.

Auch die Tatort-Fotografien der ehemaligen Photographischen Anstalten der Polizei Hamburg zeigen ein Stück von Hamburgs dunkler Seite. Distanziert, ungekünstelt und vor allem intim dokumentieren diese Ansichten von Verbrechen ein Stück Hamburger Zeitgeschichte. Kathrin Hanke (Hamburger Autorin) und Frank Wiegand (Archivleitung Polizeimuseum) haben für die Lange Nacht auch manche tragische Lebensgeschichten hinter diesen Bildern zusammengetragen und werden darüber berichten. Präsentiert werden die Schwarz-Weiß-Fotografien auf einer Großleinwand.

Vorbeugende Verbrechensbekämpfung
Wie die Hamburger Polizei Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus zu Verbrechen machte, darüber wird der Historiker Dr. Stephan Linck erstmals im Polizeimuseum referieren. Die so genannte „Vorbeugende Verbrechensbekämpfung“ legitimierte damals die Kriminalpolizei, gegen vermeintliche „Berufsverbrecher“, „Asoziale“ und „Arbeitsscheue“ vorzugehen, indem sie sie präventiv und ohne nachweisbare Vergehen verhaftete. Stephan Linck ist Studienleiter für Erinnerungskultur und Gedenkstättenarbeit der Evangelischen Akademie der Nordkirche in Hamburg.

Mordgeschichten zwischen Elbe und Alster


Mit einem Augenzwinkern schreibt Edith Grunwald als „Miss Higgx“ über die mörderischen Abgründe, aber auch über Geld, Sex und andere Gelüste. Entstanden sind 24 Kurzgeschichten zwischen Elbe und Alster, in denen der vermeintlich ehrbare Klempner ebenso überraschend Opfer seiner maßlosen Begierde wird, wie der wohlhabende Kaufmann und ehrbare Familienvater aus Blankenese. Die Autorin wurde 1960 geboren, wuchs im Bayerischen Wald auf und lebt seit über 20 Jahren in Hamburg.

Ticketverkauf

Tickets für die Lange Nacht sind ab sofort im Polizeimuseum zu 17 Euro (ermäßigt 12 Euro) erhältlich. Kinder bis 12 Jahren haben freien Eintritt. Erstmals gibt es ein Junior-Ticket (4 Euro) für die 13- bis 17-Jährigen. In der Langen Nacht wird es wieder einen HVV-Busshuttle geben, der direkt vor das Polizeimuseum fährt.  Die Tickets gelten am Veranstaltungstag ab 16 Uhr bis 06 Uhr des Folgetages für alle HVV-Linien.

Am Sonntag, 26. April können mit dem Ticket nochmals alle 60 teilnehmenden Museen zu deren regulären Öffnungszeiten kostenfrei besucht werden - auch das Polizeimuseum (11 bis 17 Uhr).
Das komplette Programm und weitere Informationen zur Langen Nacht der Museen 2020 gibt es  auf www.langenachtdermuseen-hamburg.de.